BertelsmannStiftung veranstaltete am 07.07.2009 im Rahmen ihrer vom Bundesfamilienministerium unterstützten Initiative in Nürnberg die Tagung
"Vision familienbewusste Arbeitswelt - Wirtschaft und Regionen bewegen sich"
Mehr als 250 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft, aus Kommunen, Kammern und Verbänden diskutierten über die Entwicklung des Modellprojektes 'Familienfreundlichkeit in der Metropolregion Nürnberg" unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly - unterstützt von Gerd Hoofe, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium; Dagmar Wöhrl, Staatssekretärin; Liz Mohn, stv. Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung; Prof. Dr. Kempf, Vollversammlung der IHK Nürnberg für Mittelfranken; Dr. Roland Fleck, Forum 'Wirtschaft und Infrastruktur' u.v.m.
"Familienfreundliche Arbeitswelt" hat sich zum Thema mit hoher Priorität entwickelt. Der Stellenwert, der diesem scheinbar lange vernachlässigten Thema nun eingeräumt wird, findet seinen Ausdruck in vielerlei Bewegungen und Bestrebungen, in Lippenbekenntnissen und Absichtserklärungen ebenso wie in bereits konkret geplanten wie auch umgesetzten Maßnahmen. "Zeit zum Denken, Zeit zum Handeln" könnte man umschreiben, wie sich Arbeitgeber, Verbände und Politik der Vision einer familienbewussten Arbeitswelt öffnen und annähern. Die Wertschätzung einer familienbewussten Arbeitswelt seitens der Arbeitnehmer, ihrer Angehörigen und Partner darf mit Recht als Zugewinn auch für die Unternehmen selbst gewertet werden - beinhaltet sie doch gleichermaßen Motivation wie Identifikation, neben Kompetenz die wichtigen Säulen für unternehmerischen Erfolg und Ertrag. Schließlich das Gefühl einer echten Interessengemeinschaft von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die sich nicht ausschließlich auf die nüchterne Arbeit:Lohn-Basis stützt, sondern ihr Fundament in solidarem Denken und Handeln hat, in Verbundenheit und Zusammenhalt.
Dass es mit einer Vision alleine nicht getan ist, unterstreicht die Vielfalt der "Thementische" dieser Veranstaltung, an denen in größeren Gesprächsrunden Experten und Führungskräfte ihre "Good-Practice-Beispiele" vorstellten und erläuterten - aus der Praxis für die Praxis. Am Beispiel "Familienbewusste Personalpolitik und familienfreundliche Infrastruktur" mit Kernpunkt "Innovative Arbeitsorganisation und Flexibilisierung von Arbeitszeiten und Arbeitsort" berichtete unter anderem Unternehmer und Geschäftsführer Helmut Schiffner, DATEX-PERFEKT GmbH in Küps (und vier weiteren Standorten), über seine Erfahrungen und Ziele - nicht, ohne zurecht selbstbewusst darauf hinzuweisen, dass die ausgewogene Balance von Arbeitwelt und Familie für ihn und seine rund 400 Mitarbeiter/innen seit jeher ein stets aktuelles Anliegen mit entsprechend tragfähigen Lösungen bedeutete. Der entscheidende Grundsatz bei DATEX-PERFEKT lautet schlicht und einfach: "Mitarbeiter- und familienorientierte Unternehmensführung mit größtmöglichem Handlungs- und Entscheidungsspielraum für die Mitarbeiter/innen". Das operative Konzept: Weitgehend selbständige Planung und Gestaltung der Arbeitszeitfenster und Arbeitsvolumen sowie Urlaubsvorhaben durch die Mitarbeiter/innen selbst. Zudem die Möglichkeit, bei Bedarf unkompliziert in eine andere Niederlassung zu wechseln. Die Motivation: "Mitbestimmung, Selbstbestimmung, Eigenverantwortung, Solidarität". Der Erfolg: Diese Unternehmensphilosophie und -politik schafft die Voraussetzung für persönliche Zufriedenheit der Betriebsangehörigen und wirtschaftliche Effizienz der Firma.
Alleine die Tatsache, dass DATEX-PERFEKT die Personaleinsatzpläne nach den Prinzipien der Komplexititätstheorie handhabt, löste in großer Diskussionsrunde mehr als Erstaunen aus. Und dass man sogar der Chaostheorie mit mitarbeitergesteuertem Chaosmanagement begegnen kann, überstieg bei manchem der Teilnehmer die betriebseigene Vorstellungskraft. Dazu Schiffner: "Zeigen Sie mehr Mut, setzen Sie mehr Vertrauen in Ihre Mitarbeiter/innen. Sehen Sie vordergründig in einer geordneten Selbständigkeit nicht 'Risiken und Neben- wirkungen' für Ihren Betrieb, sondern das Vertrauen, das auf Sie zurückkommt. Und Vertrauen macht sich in diesem Falle sogar bezahlt."
Die Metropolregion Nürnberg sieht unternehmerische Familienorientierung als Entwicklung und Weg zum herausragenden Standortfaktor mit Vorbildfunktion für Deutschland. Dass eine Metropolregion dies ohne die große pulsierende Gemeinschaft des Regierungsbezirkes, nämlich die umgebenden REGIONEN, nicht schaffen würde, liegt auf der Hand. Deshalb tragen Bürger/innen und Unternehmen, Aktionen wie 'Familien haben Vorfahrt - Familienfreudiger Landkreis Kronach' oder 'KronachCreativ' mit ihrem Engagement maßgeblich mit bei, dass Wirtschaft und Regionen sich bewegen, dass familienbewusste Arbeitswelt keine "Vision" bleibt.
Ehe- und Partnerschafts verträge
JA oder NEIN?
Infoveranstaltung
der Gleichstellungsstelle
Donnerstag, 9. Juli, 19.00 Uhr,
Landratsamt Kronach
Sitzungssaal, 1. Stock
Diese Informationsveranstaltung richtet sich an alle, die aufgrund der momentan unklaren Rechtslage, bedingt durch das neue Unterhaltsrecht, eventuell einen Ehevertrag abschließen oder auch „Altverträge“ überdenken möchten.
Eintritt frei – Voranmeldung nicht erforderlich – nähere Informationen zur Veranstaltung bei:
Jutta Wagner, Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes, rät Frauen, nicht leichtfertig auf Ausbildung und Erwerbstätigkeit zu verzichten. „Und in jedem Fall sollte man einen Ehevertrag abschließen, der bei Trennung einen ausreichenden Unterhalt sichert."
wdr-Servicezeit Familie – Sendung vom 27. Mai 2009: „In der momentan unklaren Rechtslage sollten junge Paare einen Ehevertrag schließen. …Eheverträge hat es schon immer gegeben, häufig bei vermögenden oder gut verdienenden Partnern. ... Nun sind Eheverträge neuen Typs nötig, die positive Regelungen zum Unterhaltsrecht beinhalten, welche sich die Partner bei der Aufteilung ihrer Rollen in der Ehe überlegt haben.“
Rheinische Notarkammer Bonn: „Schon jetzt gewinnt in der neuen Rechtslage der Ehevertrag an Bedeutung.“
Ehe- und Partnerschaftsverträge Fluch oder Segen?
In den vergangenen Jahren änderte sich das Familienrecht so grundlegend, wie dies letztmalig 1977 der Fall war.
Im Oktober 2004 entschied der Bundesgerichtshof wann und unter welchen Voraussetzungen geschlossene Eheverträge nichtig sind. Seither müssen alle Eheverträge anlässlich der Scheidung vom Familiengericht dahingehend überprüft werden, ob sie nichtig oder anpassungsbedürftig sind.
Zudem entschied das höchste Zivilgericht, dass sich der Unterhalt nach der Scheidung nicht mehr ausschließlich an den hohen Einkünften des gutsituierten Partners orientiert, sondern an den Einkünften, die erzielt werden könnten, wenn man seine Erwerbstätigkeit nicht um der Ehe Willen aufgegeben oder eingeschränkt hätte. Der Unterhalt ehelicher und nichtehelicher Kinder wurde gleichgestellt und der Unterhaltsanspruch nichtehelicher Mütter dem von Ehefrauen angepasst.
Zum 01. Januar 2008 trat als Konsequenz dieser Entscheidungen und unter Berücksichtigung der „gewandelten gesellschaftlichen Verhältnisse“ das neue Unterhaltsrecht in Kraft.
Bei der Informationsveranstaltung der Gleichstellungsstelle Kronach
zeigen die Fachanwältinnen für Familienrecht
Monika Maria WaglerundManja Geißler
die geänderte rechtliche Situation auf und beantworten unter anderem folgende Fragen:
Welche Konsequenzen hat dies nun für die Zukunft?
Wann macht es Sinn, einen Ehevertrag zu schließen?
Für wen ist ein Ehevertrag günstig?
Was kann überhaupt noch wirksam vereinbart werden? (Vermögensteilung, Unterhalt, Rentenausgleich…?)
Was rate ich meinem Sohn, meiner Tochter bei einer Eheschließung?
Was geschieht mit „Altverträgen“?
Ist es eine Alternative „nur“ zusammenzuleben statt zu heiraten und gibt es auch dann die Notwendigkeit des Abschlusses von Verträgen?
Auf Diskussionsbedarf und Fragestellungen gehen die Fachanwältinnen gerne ein.