Familienfreundlichkeit als Erfolgsfaktor der Zukunft Erfolgreiche Auftaktveranstaltung des Projekts „effizient familienbewusst führen“
Als „den Erfolgsfaktor der Zukunft“ hat Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer die Familienfreundlichkeit von Unternehmen in ihrer Rede zur Auftaktveranstaltung des Projekts „effizient familienbewusst führen“ bezeichnet. Randolf Rodenstock, Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw), betonte die Vorteile sowie die Notwendigkeit einer familienbewussten Personalpolitik. Am Mittwoch, den 6. Mai diskutierten über 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München über das Thema „Familienbewusste Unternehmensführung“. Haderthauer und Rodenstock riefen zu einer aktiven Teilnahme an dem eff-Projekt auf, die gerade in der aktuellen Wirtschaftslage erfolgversprechend sei. Anlässlich der Veranstaltung wurde auch das Online-Tool „eff-Navi“ erstmals öffentlich vorgestellt und für alle Unternehmen freigeschaltet.
Aufruf zur aktiven Teilnahme
Christine Haderthauer und Randolf Rodenstock appellierten an alle bayerischen Unternehmen, die Angebote des Projekts „effizient familienbewusst führen“ zu nutzen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in ihren Betrieben voranzutreiben. Haderthauer erläuterte in einer mitreißenden Rede die Vorteile und positiven betriebswirtschaftlichen Effekte für Unternehmen: „Familienfreundlichkeit ist der Erfolgsfaktor der Zukunft. Qualifizierte Fachkräfte suchen sich ihren Arbeitsplatz zunehmend nach diesem Kriterium aus – wo Familie auf der Strecke bleibt, gehen kluge Köpfe zur familienfreundlichen Konkurrenz. Familienfreundlichkeit muss ein bayerischer Standortfaktor werden! Es schadet im Übrigen gerade auch männlichen Führungskräften nicht, Erfahrungen mit der Kindererziehung zu sammeln. Die Familie ist der beste Managementkurs – flexibles Denken und Handeln, Führungsstärke und Gelassenheit, Frustrationstoleranz und Leidenschaft: Familienarbeit fordert und trainiert all diese Kompetenzen!“ Die Familienministerin abschließend: „Kein Unternehmen kann es sich leisten, die Umwelt zu schädigen. In Zukunft muss das Gleiche auch für die Belange der Familien gelten!“
Randolf Rodenstock, Präsident der vbw und der Bayerischen Metallarbeitgeberverbände BayME und VBM, ist überzeugt: „Nur mit der Unterstützung der Führungskräfte werden sich familienfreundliche Angebote in Unternehmen nachhaltig etablieren und umsetzen lassen.“ Immer mehr Unternehmen würden die Vorteile einer familienfreundlichen Personalpolitik erkennen. Rodenstock: „In der Unternehmenspraxis werden die Möglichkeiten und Potenziale einer familienbewussten Arbeitswelt immer besser ausgeschöpft.“
Unterstützung für Führungskräfte: Freischaltung des „eff-Navi“
Weiteres Highlight der Veranstaltung war die Vorstellung des „eff-Navi“, einer Rubrik des eff-Online-Portals unter www.eff-portal.de. In Anwesenheit aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, schalteten Haderthauer und Rodenstock das Online-Tool frei. Es ist nun für alle Führungskräfte zugänglich. Sie erhalten dort Lösungen und Instrumente zur Etablierung und Umsetzung einer familienfreundlichen Personalpolitik im Unternehmensalltag. Das „eff-Navi“ verfolgt einen situativen und lösungsorientieren Ansatz, der gemeinsam mit Führungskräften entwickelt wurde. Auf Grundlage eines Fragebogens wird der Führungskraft eine unternehmensspezifische Auswertung zur familienbewussten und effizienten Führung gegeben.
In der Auftaktveranstaltung wurden ferner nutzbringende Praxisbeispiele vorgestellt und in Diskussionsforen erläutert. Unternehmensvertreterinnen und -vertreter stellten erfolgreiche Maßnahmen vor und gaben konkrete Tipps und Anregungen.
Förderprojekt Einführung
Von einer familienfreundlichen Arbeitswelt profitieren Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen. Für Berufstätige mit familiären Betreuungsverpflichtungen ist Familienfreundlichkeit Grundvoraussetzung, um Erwerbstätigkeit und Familie miteinander vereinbaren zu können. Für Unternehmen ist sie ein entscheidender Wettbewerbsfaktor: Mit attraktiven Arbeitsbedingungen werden nicht nur qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewonnen und gebunden, sondern auch ihre Motivation und Leistungsbereitschaft erhöht. Doch familienbewusste Maßnahmen machen sich auch an anderer Stelle für Unternehmen bezahlt: Flexibilität in den Bereichen Arbeitszeitmanagement und Arbeitsorganisation erhöht Effizienz und Produktivität. Familienfreundlichkeit verkürzt Elternzeiten und familienund krankheitsbedingte Fehlzeiten und senkt die Kosten für Überbrückung und Wiedereingliederung.
Unternehmen haben viele Möglichkeiten zur Verwirklichung einer familienbewussten Arbeitswelt im Rahmen ihrer Personalpolitik. In der Praxis werden diese Möglichkeiten aber oftmals nicht voll genutzt. Eine entscheidende Voraussetzung für die Umsetzung und Etablierung familienfreundlicher Angebote ist die Unterstützung durch Führungskräfte. Sie tragen die Verantwortung für die Gestaltung der Arbeitsbedingungen. Um möglichst vielen Unternehmen die Möglichkeiten und Werkzeuge effizienter und familienfreundlicher Unternehmensführung nahezubringen, wurde das Projekt „effizient familienbewusst führen“ ins Leben gerufen. Es hat eine Laufzeit bis 2011 und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. – sowie den Verbänden der bayerischen Metall- und Elektro- Industrie unter Kofinanzierung des Europäischen Sozialfonds gefördert.
Ziele
„effizient familienbewusst führen“ informiert über Vorteile und Möglichkeiten einer familienbewussten Arbeitswelt und bietet professionelle Beratung und praktische Anleitung, wie entsprechende Maßnahmen und Modelle umsetzbar sind. Ziel ist es, Unternehmen und insbesondere ihren Führungskräften Hilfestellung und Unterstützung für eine effiziente und familienbewusste Führungsarbeit zu bieten und damit die Etablierung familienfreundlicher Angebote in bayerischen Unternehmen zu fördern.
Inhalte
Das Angebot von eff umfasst von allgemeinen Informationen bis hin zu individuellen Beratungsleistungen alles rund um das Thema „Familienbewusste Arbeitswelt“ in Bayern. Es bietet speziell für Führungskräfte entwickelte Tools und Instrumente zur Entwicklung und Umsetzung familienfreundlicher Maßnahmen an. Kern des Projekts ist das interaktive eff-Portal mit dem eff-NAVI, einem Informations- und Standortbestimmungstool für Führungskräfte. Darüber hinaus stehen die Experten von eff für individuelle Beratung zur Verfügung, werden auf verschiedenen Veranstaltungen präsent sein und eigene Workshops und Seminare zum Thema durchführen. Alle Inhalte und Instrumente, die für eff erarbeitet und zur Verfügung gestellt werden, entstehen in Zusammenarbeit mit Führungskräften aus Unternehmen. Ein hoher Praxisbezug ist damit garantiert.
Internetportal eff
Individuelle Unterstützung
Präsenz und Durchführung von Veranstaltungen
Themen-Workshops
Kontakt: Kompetenzzentrum Work-Life in Zusammenarbeit mit Fauth-Herkner & Partner Angela Fauth-Herkner Wolfratshauser Str. 203a 81479 München Tel. 089/74 91 42-0 E-Mail: info@eff-portal.de
Was sind Lokale Bündnisse für Familie ? Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend hat die Initiative Lokale Bündnisse für Familie Anfang 2004 gestartet, um Familienfreundlichkeit in der Zusammenarbeit vieler gesellschaftlicher Kräfte vor Ort Realität werden zu lassen. Diese Initiative gibt allen, die sich zusammen mit anderen für ein familienfreundliches Umfeld vor Ort stark machen, die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Bestehende Bündnisse auf kommunaler Ebene sollen durch die Initiative ermutigt werden, sich für die Familie weiter stark zu machen. Neue Bündnisse sollen zur Arbeit angeregt werden.
Jede und jeder kann bei der Initiative Lokale Bündnisse für Familie mitmachen! Wichtig ist nur, dass Sie sich mit anderen Partnern zusammenschließen. Angesprochen sind Kommunen, Unternehmen, Vereine, Kirchen, Gewerkschaften, soziale Organisationen, aktive Bürger - kurz: alle die sich vor Ort für Familienthemen einsetzen wollen.
Lokale Bündnisse vor Ort sind Ideenschmieden und ermöglichen die Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen für die jeweilige Situation vor Ort. Durch das Miteinander entstehen neue Sicht- und Herangehensweisen an Themen wie z.B. Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Kinderbetreuung oder Alten- und Familienpflege.
Lokale Bündnisse für Familie sind also Zusammenschlüsse verschiedener gesellschaftlicher Gruppen mit dem Ziel, etwas für Familien zu bewirken. Das kann ein lockerer Gesprächskreis sein, eine feste Arbeitsgruppe oder ein eingetragener Verein. Auf jeden Fall sollten solche Bündnisse keine Debattierclubs bleiben, sondern Diskussionsforen und Ideenschmieden werden, die konkrete Vereinbarungen treffen und ihre Vorstellungen auch in die Praxis umsetzen.
Lokale Bündnisse zeichnen sich ganz grundsätzlich durch folgende Merkmale aus: • Sie umfassen mehrere rechtlich selbstständige AkteurInnen mit verschiedenen Funktionen, Kulturen und Erscheinungsformen (Behörden, Verwaltungseinheiten, freie Träger, Verbände, kirchliche Organisationen, Wirtschaftsunternehmen, Bürgergruppen, Einzelpersonen).
Das Funktionieren eines Netzwerks – und damit auch eines lokalen Bündnisses für Familie – setzt die Bereitschaft aller Beteiligten zu Kooperation, Offenheit, Verhandlung, Verlässlichkeit und Selbstverpflichtung voraus. AkteurInnen beteiligen sich nur an Bündnissen, wenn für sie ein erkennbarer Nutzen – ideeller, politischer oder wirtschaftlicher Art – besteht. Die Erfahrungen der bundesweit gegründeten Bündnisse zeigen, dass ein gestaltungs- und umsetzungsorientiertes Vorgehen erfolgsversprechend ist
Wie organisieren wir uns?
Das lokale Bündnis für Familie braucht eine Organisation, um die Zusammenarbeit der Beteiligten für eine längere Dauer zu klären und minimal zu regeln (klären: BündniskoordinatorIn; Kontaktstelle; Kommunikationswege /-abläufe; Ressourcenbe-reitstellung). Wenn sich das Bündnis im Laufe der Zeit ändert, z.B. neue Mitwirkende und Themen hinzukommen, dann muss natürlich auch die Organisation angepasst werden.
Mehrwert der lokalen Bündnisse für Familie
Die Lokalen Bündnisse kennen sich aus. Sie sind nah am örtlichen Bedarf: In der Stadt, im Kiez, in der Gemeinde oder der Region kennt man die Situation der Familien selbst am besten. Gute Voraussetzungen für die besten Lösungen.
Familienfreundliche Arbeitsbedingungen sind heute notwendiger denn je, um Männern und Frauen gleiche und gerechte Chancen zu eröffnen. Familienfreundlichkeit lohnt sich, weil die meisten Menschen einen qualifizierten Beruf und ein glückliches Familienleben wollen. Familienfreundlichkeit lohnt sich, weil…
Die Zusammenarbeit in Bündnissen führt Kompetenzen zusammen, spart Ressourcen und schafft Raum für neue Ideen. Manches wird machbar, was jeder für sich allein nicht schafft.